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Feindin der Wikinger

Historischer Roman, Die Jelling-Dynastie 1

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783862828067
Sprache: Deutsch
Umfang: 464 S.
Format (T/L/B): 3.2 x 21.5 x 13.5 cm
Auflage: 1. Auflage 2021
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Angelsachsen im 9. Jahrhundert Bei einem brutalen Überfall der dänischen Wikinger auf ein angelsächsisches Dorf wird Thyra Danebod gefangen genommen. Voller Hass auf ihre Entführer lehnt Thyra sich gegen die brutalen und mordenden Nordmänner auf. Doch ihrem neuen Leben auf dem Wasser und dem Dänenhäuptling Gorm kann sie nicht entkommen. Thyra beginnt, die Sprache, die fremden Gebräuche und die Lebensart des Seefahrervolks zu verstehen. Auch Gorm kann sie immer mehr abgewinnen. Doch kann die Liebe einer Gefangenen zu einem groben Berserker bestehen? Auf der abenteuerlichen Reise im Drachenboot lernt sie die Fremde kennen, und während die Nordmänner unerbittlich um Macht, Reichtum und Ehre streiten, kämpft Thyra für ihre Freiheit, Liebe und schließlich ihre eigene Identität. Gehört sie an die Seite ihrer Entführer oder an den Hof des angelsächsischen Königs Alfred des Großen? Ein packender und authentischer Roman, der die altnordische Sprache der Wikinger aufleben lässt und sich endlich den weniger beachteten Wikingerfrauen widmet. Gorm und Thyra begründen als erster König und erste, bis heute verehrte Königin den Aufstieg des dänischen Königreichs: die Jelling-Dynastie.

Autorenportrait

Andrea Storm (*1964) wuchs in der Nähe der Wikingerstadt Haithabu in Schleswig-Holstein auf. 2021 erschien ihr Thriller "Nur ein Stich" (Redrum) und mit ihrem historischen Roman "Feindin der Wikinger" der erste Band ihrer Trilogie über die Jelling-Dynastie im acabus Verlag. Darüber hinaus veröffentlichte die prämierte Autorin bereits zahlreiche Kurzkrimis in Anthologien. Andrea Storm ist verheiratet und lebt in Erfurt.

Leseprobe

"Beorhtric, was sind das für Geräusche?", fragte sie mit eiserner Stimme. Der ältere Mann ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: "Kampfgeräusche. Eindeutig Kampfgeräusche, Todesschreie und das Klingen von Schwertern." Bedächtig drehte sich der dicke Mann mit den roten Ohren zur Hofmeisterin. "Barbaren kämpfen am Fluss." "Sie vergießen Blut am Wasser." Ethelgiva erstickte fast an ihren Worten und Beorhtric hörte die Panik in ihrer Stimme deutlich heraus. Er brummte: "Wikinger. Vermute ich." "Wikinger!", kreischte Ethelgiva und fing am gesamten Körper an zu zittern. Thyra sah es und fühlte fast Mitleid. "Wir müssen weg!", ordnete Ethelgiva bebend an. "Sofort!" Sie packte Thyra. "Beorhtric. Hole Solvor. Wir müssen verschwinden", befahl Ethelgiva, was ihr von Thyra einige Bewunderung entgegenbrachte. Die Angst steigerte sich in Panik. Dennoch behielt ihr Verstand die Oberhand und verlor selbst jetzt nicht seine Souveränität. Ethelgiva wartete nicht auf die Alten, sondern rannte ohne zu zögern fort vom Fluss. Der Staub waberte über den Weg und zeigte deutlich den Weg der flüchtenden Frauen. Ethelgiva schnaufte und ihr Gesicht wurde dunkelrot. "Wir können uns doch ins hohe, trockene Gras legen", Schweiß perlte auf Thyras Stirn, "und uns dort verstecken." "Vor den Wikingern? Diesen Mördern? Im Gras verstecken!" Ethelgiva lachte irre. "Nie!" Schnaufend beugte sie ihren Oberkörper vor. "Diese Berserker finden uns und bringen uns um. Der Weg bringt uns in Windeseile ins Landesinnere", keuchte sie atemlos. "Wir müssen - weg. Schnell - weg - von diesen Barbaren. Thyra!", kreischte sie. "Beeilt Euch! Ihr habt keine Ahnung! Das sind Mörder. Blutrünstige Berserker! Wikinger!" Beim Wort Wikinger würgte Ethelgiva haltlos. "Lauft! Lauft! Sonst werden sie uns töten und vorher.!" Sie starrte zum Fluss. "Oh lieber Gott, beschütze uns!" Ihr Gesicht war vor Entsetzen verzerrt und Thyra ahnte ihre Gedanken, denn auf der blassen, faltenreichen Haut erkannte sie jede brutale Einzelheit aus ihrer Vergangenheit. Ethelgiva hatte recht mit den grauenvollen Geschichten vom Kampf der Wikinger. Dass die Berserker den Menschen, egal welchen Alters, die Leiber aufschnitten, die Kehlen durchtrennten und die einzelnen Gliedmaßen der Getöteten zu Hügeln aufschichteten. Arm auf Arm, Bein auf Bein, Schädel auf Schädel! Thyras Schritte verlangsamten sich. Ihre untrainierten Lungen keuchten. Sie erkannte Solvor und Beorhtric. Weit zurück - in einer Staubwolke. "Beeilt euch!", brüllte Thyra den beiden Alten durch den Staub zu, die Hände zu einem Trichter vor ihre schweißbedeckten Lippen geformt. Hustend beugte sie sich vornüber, während die Sandkörner ihre Kehle trockneten. Als sie sich aufrichtete, weiteten sich ihre Augen vor Entsetzen. Hinter den beiden Alten tauchten sie auf. Groß. Barbarisch. Die blutbespritzten Gesichter von langen, zotteligen Bärten verdeckt. Bärte, zu Zöpfen geflochten. Das Haar abstehend. Wild. Ungepflegt. Vermengt mit rotglänzendem Saft getöteter Angelsachsen. Fast nackt, nur Blut und Erde auf den schweißglänzenden Körpern. In den Pranken hielten sie Eisenschwerter. Sie glänzten im Licht der Sonne. Thyra würgte und ahnte, in welche Leiber sie die scharfen Klingen eintauchen würden. Starr vor Entsetzen konnte sie ihre Augen nicht von den Kriegern wenden. Auf den Köpfen trugen sie lederne Kappen. Die Brust verteidigten sie mit Lederwesten. Thyra wollte gerade ihre Hand schützend über ihre Augen heben, um besser sehen zu können, als ihr Ethelgiva eine schallende Ohrfeige gab. "Hört mir endlich zu!", brüllte sie Thyra ins Ohr. "Wenn Ihr nicht von allen Barbaren vergewaltigt und danach grausam hingerichtet werden wollt - dann lauft! Lauft!" Ohne nachzudenken lief Thyra, so schnell es die Röcke erlaubten, den Pfad entlang. Sie stürmte davon. Sie sah sich nicht um! Thyra nahm irrwitziger Weise an, den schnaufenden, warmen Atem der Hofmeisterin im Genick zu spüren. Thyra rannte, rannte, rannte. Hörte die Todesschreie von Sol

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